Strukturvertrieb Österreich. Wie seriös ist Energievertrieb wirklich?
- Mario Traxler
- 16. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Mai
Strukturvertrieb – Chancen, Risiken und die nackte Realität. Was dieses Vertriebsmodell wirklich bedeutet, wie du seriöse Anbieter erkennst und warum der Energiemarkt aktuell selbstständigen Kooperationspartnern und Direktvertrieblern die besten Chancen bietet.

Der Begriff Strukturvertrieb polarisiert wie kaum ein anderes Vertriebsmodell. Die einen preisen ihn als demokratischsten Weg zum unternehmerischen Erfolg - ohne Kapital, ohne Chef, ohne Büro. Die anderen warnen vor versteckten Kosten, Druck auf Freunde und Familienmitglieder und dem allgegenwärtigen Versprechen des passiven Einkommens, das für die meisten Teilnehmer eine Illusion bleibt.
Die Wahrheit liegt - wie so oft - in der Mitte. Seriöse Strukturvertriebe, sollten meiner Meinung nach auch die schärfsten Kritiker würdigen. Da es Strukturvertriebe in unterschiedlichen Branchen gibt bezieht sich dieser Artikel eher auf den Strukturvertrieb im Strom und Energievertrieb.
Was ist Strukturvertrieb überhaupt?
Strukturvertriebe werden oft mit Multi-Level-Marketing (MLM) oder Networkmarketing gleichgesetzt, unterscheiden sich jedoch in einigen wesentlichen Punkten. Ein Vertriebssystem, bei dem Produkte oder Dienstleistungen nicht über klassische Einzelhandelskanäle, sondern über ein Netzwerk unabhängiger Vertriebspartner verkauft bzw vermittelt werden. Im Strom und Gasvertrieb werden Lieferantenverträge über einen externen Vertrieb vermittelt.
Das Besondere: Die Vertriebspartner verdienen nicht nur an ihren eigenen Verkäufen, sondern auch an den Umsätzen der Personen, die sie selbst ins Team geholt haben. Wobei diese neuen Teammitglieder bzw selbstständigen Vertriebspartner ebenfalls ein Team aufbauen können. Daraus entsteht eine sogenannte Downline-Struktur, die im Idealfall eine Art Multiplikatoreffekt auf die eigene Provision erzeugt.
„Wer im Strukturvertrieb erfolgreich ist, verkauft nicht nur ein Produkt - er baut ein Team und somit eine Struktur auf.“
Die Vorteile - warum das Modell Menschen anzieht
1. Niedriger Einstieg, hohes Potenzial im Strukturvertrieb Österreich
Der Einstieg in den Strukturvertrieb ist im Vergleich zur Gründung eines klassischen Unternehmens mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden. Kein Lager, keine Mitarbeiter, keine Bürofläche. Für viele Menschen ist das der erste realistische Schritt in die Selbstständigkeit. ( Bei Gigawatt Solution entstehen zur Gänze keine Kosten, auch nicht für Seminare, CRM etc. )
2. Flexibilität und Selbstbestimmung
Vertriebspartner bestimmen weitgehend selbst, wann, wo und wie viel sie arbeiten. Dieses Modell spricht nebenbei auch Menschen an, die neben einem Hauptberuf oder der Familie ein zusätzliches Einkommen aufbauen möchten. Primär aber prädestinierte Unternehmer und Machertypen. Menschen, die ihr eigener Boss und unabhängig sein möchten. Wer ( speziell zu Beginn ) viel arbeitet verdient viel, wer wenig arbeitet verdient wenig. Wann ich in den Urlaub fahre entscheidet auch kein ehemaliger Boss für mich.
3. Persönlichkeitsentwicklung und Community
Viele Strukturvertriebsorganisationen investieren stark in Schulungen, Coachings und Persönlichkeitsentwicklung ihrer Partner. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe Gleichgesinnter wird von vielen als sehr motivierend erlebt - unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg.
4. Skalierbarkeit durch die Downline
Im Gegensatz zu einem klassischen Job, bei dem das Einkommen linear an der eigenen Arbeitszeit hängt, bietet das Strukturvertriebsmodell theoretisch die Möglichkeit, durch den Aufbau einer aktiven Vertriebsorganisation ein von der eigenen Arbeitszeit weitgehend unabhängiges Einkommen zu erzielen.
Seriös oder nicht? Der entscheidende Unterschied
Hier liegt der Kernpunkt der gesamten Debatte. Nicht jeder Strukturvertrieb ist gleich - und die Unterschiede zwischen einem seriösen und einem problematischen Modell sind oft subtil, aber entscheidend.
Vergleich: Seriös vs. problematisch
✓ Seriöser Strukturvertrieb: Produkt steht im Mittelpunkt | ✗ Problematisches Modell: Rekrutierung als Hauptgeschäft |
✓ Qualitativ hochwertige Produkte oder Dienstleistungen mit echtem Mehrwert | ✗ Provisionen entstehen primär durch Anwerbung neuer Partner, nicht durch Produktverkauf |
✓ Hauptumsatz entsteht durch den Verkauf an Endkunden, nicht der Verkauf an Vertriebspartner | ✗ ( Hohe ) Einstiegsgebühren oder Pflichtpakete beim Start |
✓ Transparente, nachvollziehbare Vergütungspläne ohne versteckte Gebühren | ✗ Druck, regelmäßig eigene Produkte kaufen zu müssen, um qualifiziert zu bleiben |
✓ Kein Kaufzwang für Eigenverbrauch als Voraussetzung für Boni. | ✗ Übertriebene Einkommensversprechen ohne realistische Datenbasis |
✓ Realistische Einkommensdarstellungen mit offengelegten Durchschnittswerten | ✗ Undurchsichtige oder sehr komplexe Vergütungspläne |
✓ Seriöser Kooperationsvertrag ohne knebelnde oder zu stark einschränkende Klauseln | ✗ Sozialer Druck auf Familie und Freundeskreis als primäre Vertriebsstrategie |
✓ schnelle und regelmäßige Auszahlung an Vertriebspartner | ✗ Keine transparenten Einkommensoffenlegungen |
✓ Freiwillige Entscheidung ob der Vertriebspartner selbst ein Team aufbauen möchte | ✗ Umsatzdruck und Druck neue Partner an Land zu ziehen |
Die wichtigste Faustregel lautet: Wenn das Geld vor allem durch das Anwerben neuer Mitglieder fließt und nicht durch den tatsächlichen Verkauf von Produkten an externe Endkunden, handelt es sich um ein Schneeballsystem - das in den meisten Ländern illegal ist.
Warnsignale - diese Zeichen sollten Sie aufhorchen lassen · Das Unternehmen betont bei der Rekrutierung vor allem das Einkommen durch die Downline, nicht den Produktverkauf · Es gibt erhebliche Startpakete, die man kaufen „muss", um loszulegen · Zeugnisse zeigen ausschließlich Ausreißer-Erfolge, keine durchschnittlichen Einkommenszahlen · Kritische Fragen über das Geschäftsmodell werden abgebügelt oder als „negative Einstellung" bezeichnet · Es entsteht sozialer Druck innerhalb des Netzwerks, schnell viele weitere Partner anzuwerben |
Bekannte seriöse Strukturvertriebsunternehmen
Es wäre unfair, alle Strukturvertriebsmodelle in einen Topf zu werfen. Es gibt weltweit Unternehmen, die seit Jahrzehnten im Markt aktiv sind, reguliert werden und in denen engagierte Vertriebspartner tatsächlich ein solides Einkommen erzielen.
Dazu gehören etablierte Namen wie Vorwerk (bekannt durch Thermomix und Kobold), Avon im Kosmetikbereich, Herbalife im Nahrungsergänzungsbereich (wenngleich auch hier umstritten) oder im Finanzdienstleistungssektor Unternehmen wie DVAG oder Swiss Life Select. Das verbindende Element der seriösen Anbieter: Das Produkt ist real, der Markt ist nachweisbar, und die Einkommensaussagen sind realistisch.
Checkliste vor dem Einstieg - sechs Fragen, die Sie stellen sollten
· Würde ich dieses Produkt auch kaufen, wenn ich kein Vertriebspartner wäre? · Wie hoch ist der durchschnittliche Jahresverdienst eines aktiven Partners · Wie hoch sind die monatlichen Mindestabnahmen, um qualifiziert zu bleiben? · Welcher Anteil des Gesamtumsatzes entsteht durch Verkäufe an externe Endkunden (nicht an Partner selbst)? · Gibt es ein transparentes Rückgaberecht für unverkaufte Waren? |
Zusammenfassung: Chancen ja, Illusionen nein
Seriöser Strukturvertrieb ist weder unseriös noch illegal - aber er ist auch kein Selbstläufer. Wer im Direktvertrieb wirklich erfolgreich sein will, braucht Verkaufstalent, ein belastbares Netzwerk oder hohe Motivation um sich ein Nerzwerk aufzubauen, echten Glauben an das Produkt und die Bereitschaft, viel und konsistent zu arbeiten.
Mit Glaube an das Produkt meine ich weniger an Produkte von generellen Direktvertrieben, sondern den Glauben daran dass das was ich verkaufe mir Spaß macht und einen Mehrwert für den Kunden bringt. Im Vertrieb wird man regelmäßig mit Ablehnung konfrontiert. Trotz Ablehnung, oder gerade deshalb braucht man eine hohe Motivation und den Glauben an das Produkt.
Die romantisierte Idee vom passiven Einkommen durch eine wachsende Downline, die einen irgendwann finanziell frei macht, tritt für die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer nie ein. Studien und Einkommensoffenlegungen zeigen regelmäßig, dass ein kleiner Prozentanteil der aktiven Vertriebspartner ein nennenswertes Einkommen durch die Downline erzielen.
Es ist daher zu Beginn sehr ratsam im Strukturvertrieb ( MLM nicht bewertet ) sich auf seinen eigenen Umsatz zu konzentrieren und ein eigenes Netzwerk aufzubauen und bei Interesse an einem Teamaufbau, dies nebenbei aber kontinuierlich voranzutreiben = vorab einen eigenen stabilen Kundenstock aufzubauen um danach zu skalieren mit selbstständigen Vertriebspartnern.
„Das seriöse Modell ist kein Geheimnis. Es stellt das Produkt vor die Provision - immer.“
Wer diese Realität kennt, einen seriösen Anbieter mit echtem Produkt wählt und den Strukturvertrieb als das behandelt, was er im besten Fall ist - nämlich eine Form des unternehmerischen Direktvertriebs mit Netzwerkkomponente - der kann durchaus erfolgreich werden. Mit offenen Augen einsteigen, kritisch prüfen und niemals mehr investieren, als man bereit ist zu verlieren: Das ist die einzig seriöse Grundlage für eine Entscheidung in diesem Bereich. Wobei es im Strukturvertrieb für Strom und Energie primär um investierte Zeit geht und nicht um finanzielle Investitionen, da es z.B bei Gigawatt Solution keine Investitionen gibt.
Zusammengefasst
Wer sich heute im Energievertrieb selbstständig machen möchte, trifft auf einen Markt im Wandel, der enorme Chancen für einen lukrativen Nebenverdienst oder eine Hauptberuflichkeit bietet. Doch gerade weil die Nachfrage nach unabhängigen Strom- und Gastarifen in Österreich boomt, trennt sich auch hier die Spreu vom Weizen. Wenn du erfolgreicher Energiemakler werden und dir ein stabiles Business aufbauen willst, solltest du die Spielregeln kennen.
Sie denken daran im Energievertrieb als selbstständiger Vertriebspartner auf Provisionsbasis durchzustarten?
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2026 Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle rechtliche oder wirtschaftliche Beratung.



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